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Nach Blutung im Gehirn langfristige Therapie nötig

Bei einer chronischen Blutung im Gehirn ist es mit einer OP nicht getan: Eine neue Studie zeigt, dass die Patienten danach langfristige Therapien benötigen.

Bern. 359 Patienten, die zwischen 2012 und 2016 wegen eines chronischen Subduralhämatoms operiert worden waren, sind von Forschern des Inselspitals Bern circa zehn Jahre lang beobachtet worden. In der Langzeitstudie kamen sie zu dem Ergebnis, dass es bei dieser häufigen neurochirurgischen Erkrankung älterer Menschen mit einer Operation vielfach nicht getan ist. «Die Erkrankung kann dauerhaft mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein», sagt der Letztautor der Studie Johannes Goldberg.

So berichteten viele Patienten über anhaltende Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie über Schwierigkeiten, alltägliche Aufgaben selbstständig zu bewältigen und am sozialen Leben teilzunehmen. Auch war die Sterblichkeit erhöht: Zehn Jahre nach der Operation lebten noch 55,5 Prozent der Betroffenen, während 73,5 Prozent der Menschen in einer Vergleichsgruppe am Leben waren. Laut Goldberg bedeuten die Erkenntnisse ganz klar eines: «Für diese Patienten braucht es eine langfristige, interdisziplinäre Betreuung unter Einbezug der Hausärzte.»

Die Häufigkeit der Erkrankung habe zuletzt deutlich zugenommen, und mit der älter werdenden Bevölkerung dürfte die Zahl der Betroffenen weiter steigen, heisst es seitens der Forscher noch. Ursachen für die chronische Blutansammlung zwischen dem Gehirn und der Schädeldecke sind Stürze und leichte Kopfverletzungen gepaart mit der Einnahme blutverdünnender Medikamente. (sst)

Quelle: Inselspital Bern

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